Freitag, 22. Juni 2007

Das Zentrum Australiens





Ich war im roten Zentrum Australiens (der Uluru steht tatsaechlich nur ein paar hundert Meter neben dem exakten Mittlepunkt Australiens) und ich habe noch NIE in einem Urlaub so viel am Stueck gefroren. Jawohl gefroren. Ich habe zwar einen leichten Sonnenbrand im Gesicht aber es wehte ein dermassen eisiger Wind ueber der Ebene in der mittendrin der Uluru steht, dass wir praktisch non stop mit Schal, Handschuhen, Kapuze und mehreren Lagen T-Shirts und Pullovern durch die Gegend marschiert sind. Ausserdem sind meine Sachen alle mit rotem Staub bedeckt. Aber der Sonnenuntergang war wirklich atemberaubend. Von Minute zu Minute leuchtet der Uluru intensiver und wird dann ploetzlich, wenn die Sonnen hinter dem Horizont verschwindet, von unten nach oben braun/grau, wie jeder andere Felsen auch. Der Uluru ist etwa 3 km lang, bis zu 2 km breit und hat einen Umfang von rund 10 km. Der Gipfel befindet sich auf 869 m Höhe und hebt sich damit rund 350 m von der Dünenlandschaft ab. Er besteht aus Sandstein und man sieht praktisch nur den Gipfel des Eisberges, denn unter der Erde geht das Felsmassiv noch viel weiter.



Die erste Nacht bei zwei Grad (immerhin ueber Null) und auch die naechste haben wir in Swags (so eine Art Zelt-Schlafsack mit duenner Matratze unten drin) und Schlafsaecken unter dem Sternenhimmel am Lagerfeuer verbracht. Gekocht wurde natuerlich auch am offenen Feuer.ind strich durch die Buesche und Sternschnuppen rieselten vom Himmel und die Milchstrasse leuchtete so hell wie der Mond. Ich habe so furchtbar gefroren! Mein Gesicht war eiskalt und dann musste ich auch noch um fuenf Uhr morgens durch die Wildnis auf die Toilette rennen. War aber nicht so schlimm, um halb sechs war sowieso Aufstehen angesagt, schliesslich wollten wir ja den Uluru bei Sonnenaufgang sehen. Am Tag davor sind wir bereits einmal drum herum gewandert und haben uns diesen mystischen Ort ein bisschen naeher angesehen. Jeder Winkel, jede Hoehle ist ein Teil der Enstehungsgeschichte in der Religion der Aboriginees.
Unser edles vierradantrieb Gefaehert!



Dann haben wir einen Marsch um die Olgas (Kata Tjuta bei den Einheimischen Anangu, den Aboriginees, genannt) eingelegt. Durch das Tal des Windes (der Name hielt was er verspricht) ging es durch die riesigen Sandsteinfelsen und ueber weite Ebenen. Anders als der Uluru besteht dieses Gebite aus einzelnen kleineren Steinen, die zusammen die grossen Felsen ergeben.




Danach ging es wieder zurueck zu dem riesigen Monoliten, um ein bisschen mehr ueber die Geschichten der Aborigines und deren Kultur zu erfahren. Ich kann das jetzt nicht alles wiedergeben, hier koennt ihr einige der Geschichten nachlesen: http://www.outback-guide.de/ozinfo/Aborigines/dreamtime_stories.htm.




Am dritten Tag (die Nacht war nicht ganz so eisig, dafuer hat es morgens angefangen zu regnen: REGEN! IN DER WUESTE!) Haben wir den Kings Canyon erkundet und den Garten Eden entdeckt.




Ich kann noch gar nicht so richtig erzaehlen, ich brauch glaub ich noch ein bisschen Zeit zum verarbeiten. Trotz des Frierens und der dreckigen Fuesse und fettigen Haare und aller anderen Unannehmlichkeiten, war das der beeindruckendste Trip, den wir bisher gemacht haben. So weit man gucken kann besteht das Zentrum aus nichts als Wuesten Eichen, Spinny Fex (hab ich das richtig geschireben?) Bueschen und rotem Sand. Und Ploetzlich taucht dieser riesige Felsen im Nichts auf, leuchtend rot mit merkwuerdigen Hoehlen und Kratern durchfurcht. Einfach gigantisch. Die Farbe entsteht uebrigens durch Rost. Die Erde ist hier so Eisen-haltig, dass der Sand und die Felsen die mit Sauerstoff in Kontakt kommen anfangen zu rosten und sich rot verfaerben. Mehr Fotos und Geschichten gibt es auf den Blogs der anderen Maedels, ein Blick lohnt sich bestimmt.




Ich bin jetzt fuenf Tage hintereinander zwischen Fuenf und Sechs Uhr morgens aufgestanden, dass heisst ich bin in gutem Training, um Benny am Sonntag um Fuenf vom Flughafen abzuholen. Obwohl ich es schon langsam in den Knochen spuere, denn ich bin nicht unbedingt frueher ins Bett gekommen. Aber ich hoffe, dass Benny nach dem langen Flug nicht mehr bemerkt, wie zerknautscht ich ausseh...



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