Mittwoch, 27. Juni 2007

Sydney




Wir sind in der heimlichen Hauptstadt Australiens angekommen! Nach einer unglaublich unbequemen Zugfahrt (12 Stunden!) sind wir in unserem Backpacker eingezogen und haben uns auf die Socken gemacht, um die Stadt zu erkunden: Natuerlich mussten wir die Oper angucken und die Harbour Bridge sehen. Und obwohl die Sydneysider immer behaupten in Melbourne sei das Wetter ja viel schlechter: Das koennen wir nicht bestaetigen. Hier hat es in Stroemen geregnet, waehrend wir in Melbourne schoensten Sonnenschein geniessen konnten. ABer das hat uns nicht davon abgehalten auf ein Schiff zu steigen und bei ca zwei Meter hohen Wellen nach Walen Ausschau zu halten. Und tatsaechlich: Ein paar Minuten genuegten und zwei Buckelwale tauchten direkt neben unserem Boot auf. Leider haben die beiden ein Nickerchen gehalten, deshalb haben wir keine sonderlich spektakulaeren Showeinlagen bekommen, war aber trotzdem sehr beeindruckend.

Anschliessen ging es in das historische Viertel The Rock, aber das konnten wir nicht so richtig geniessen, weil unsere Jacken durchgeregnet und die Fuesse nass waren. Es ging also zurueck zum Backpacker, trockene Klamotten an, und ab in die "holy cow", die heilige Kuh, indisch essen fuer einen Spottpreis.

Heute hat dann doch tatsaechlich die Sonne geschienen also sind wir in den botanischen Garten gefahren. Wunderschoener Blick auf die Oper und die Bruecke, und noch wunderschoenere, echte australische Tiere fuer Benny: Kakadus in den Baeumen, Flying Foxes die trotz mittagszeit aeusserst aktiv waren und riesige Spinnen in den Bueschen. Baeh! Vermutlich handelt es sich um Golden-Orb Spiders (das hat eine ganz unjournalistische Internet-Recherche ergeben). Zu deutsch waere das eine goldene Kugelspinne.

Weiter ging's in eine Aboriginal Outback Centre wo wir uns eine unglaublich coole Digeridoo-Show angesehen haben. Natuerlich habe ich auch mal reingepustet, aber mehr als ein sehr unanstaendige Pupsgeraeusch habe ich nicht zu Stande gebracht. Benny hat's gar nicht erster versucht, der Feigling.


Anschliessen war das Wetter wieder eher bescheiden, also sind wir in das Queen Victoria Building, eine riesige teilweise historische Shopping Mall.


Benny hat seinen Jet-Lag ueberstanden, jetzt kann es also ab in die Sonne gehen!

Sonntag, 24. Juni 2007

Er ist da!

Der Urlaub ist da! Und Benny auch! Es gibt zwar noch keinen fotographischen Beweis den ich hochladen koennte, aber das kommt bestimmt demnaechst. Ich warte lieber bis Benny den Jet Lag hinter sich hat und nicht jedes Mal einschlaeft, sowie sein Hintern einen Stuhl beruehrt. Oder den Strassenbahn-Sitz. Oder den Aquariumfussboden.
Heute Abend geht es dann weiter nach Sydney. Ich mache mir eigentlich keine Sorgen, dass Benny im Zug nicht schlafen kann... Aber was soll ich dann 11 Studen lang machen?

Freitag, 22. Juni 2007

Das Zentrum Australiens





Ich war im roten Zentrum Australiens (der Uluru steht tatsaechlich nur ein paar hundert Meter neben dem exakten Mittlepunkt Australiens) und ich habe noch NIE in einem Urlaub so viel am Stueck gefroren. Jawohl gefroren. Ich habe zwar einen leichten Sonnenbrand im Gesicht aber es wehte ein dermassen eisiger Wind ueber der Ebene in der mittendrin der Uluru steht, dass wir praktisch non stop mit Schal, Handschuhen, Kapuze und mehreren Lagen T-Shirts und Pullovern durch die Gegend marschiert sind. Ausserdem sind meine Sachen alle mit rotem Staub bedeckt. Aber der Sonnenuntergang war wirklich atemberaubend. Von Minute zu Minute leuchtet der Uluru intensiver und wird dann ploetzlich, wenn die Sonnen hinter dem Horizont verschwindet, von unten nach oben braun/grau, wie jeder andere Felsen auch. Der Uluru ist etwa 3 km lang, bis zu 2 km breit und hat einen Umfang von rund 10 km. Der Gipfel befindet sich auf 869 m Höhe und hebt sich damit rund 350 m von der Dünenlandschaft ab. Er besteht aus Sandstein und man sieht praktisch nur den Gipfel des Eisberges, denn unter der Erde geht das Felsmassiv noch viel weiter.



Die erste Nacht bei zwei Grad (immerhin ueber Null) und auch die naechste haben wir in Swags (so eine Art Zelt-Schlafsack mit duenner Matratze unten drin) und Schlafsaecken unter dem Sternenhimmel am Lagerfeuer verbracht. Gekocht wurde natuerlich auch am offenen Feuer.ind strich durch die Buesche und Sternschnuppen rieselten vom Himmel und die Milchstrasse leuchtete so hell wie der Mond. Ich habe so furchtbar gefroren! Mein Gesicht war eiskalt und dann musste ich auch noch um fuenf Uhr morgens durch die Wildnis auf die Toilette rennen. War aber nicht so schlimm, um halb sechs war sowieso Aufstehen angesagt, schliesslich wollten wir ja den Uluru bei Sonnenaufgang sehen. Am Tag davor sind wir bereits einmal drum herum gewandert und haben uns diesen mystischen Ort ein bisschen naeher angesehen. Jeder Winkel, jede Hoehle ist ein Teil der Enstehungsgeschichte in der Religion der Aboriginees.
Unser edles vierradantrieb Gefaehert!



Dann haben wir einen Marsch um die Olgas (Kata Tjuta bei den Einheimischen Anangu, den Aboriginees, genannt) eingelegt. Durch das Tal des Windes (der Name hielt was er verspricht) ging es durch die riesigen Sandsteinfelsen und ueber weite Ebenen. Anders als der Uluru besteht dieses Gebite aus einzelnen kleineren Steinen, die zusammen die grossen Felsen ergeben.




Danach ging es wieder zurueck zu dem riesigen Monoliten, um ein bisschen mehr ueber die Geschichten der Aborigines und deren Kultur zu erfahren. Ich kann das jetzt nicht alles wiedergeben, hier koennt ihr einige der Geschichten nachlesen: http://www.outback-guide.de/ozinfo/Aborigines/dreamtime_stories.htm.




Am dritten Tag (die Nacht war nicht ganz so eisig, dafuer hat es morgens angefangen zu regnen: REGEN! IN DER WUESTE!) Haben wir den Kings Canyon erkundet und den Garten Eden entdeckt.




Ich kann noch gar nicht so richtig erzaehlen, ich brauch glaub ich noch ein bisschen Zeit zum verarbeiten. Trotz des Frierens und der dreckigen Fuesse und fettigen Haare und aller anderen Unannehmlichkeiten, war das der beeindruckendste Trip, den wir bisher gemacht haben. So weit man gucken kann besteht das Zentrum aus nichts als Wuesten Eichen, Spinny Fex (hab ich das richtig geschireben?) Bueschen und rotem Sand. Und Ploetzlich taucht dieser riesige Felsen im Nichts auf, leuchtend rot mit merkwuerdigen Hoehlen und Kratern durchfurcht. Einfach gigantisch. Die Farbe entsteht uebrigens durch Rost. Die Erde ist hier so Eisen-haltig, dass der Sand und die Felsen die mit Sauerstoff in Kontakt kommen anfangen zu rosten und sich rot verfaerben. Mehr Fotos und Geschichten gibt es auf den Blogs der anderen Maedels, ein Blick lohnt sich bestimmt.




Ich bin jetzt fuenf Tage hintereinander zwischen Fuenf und Sechs Uhr morgens aufgestanden, dass heisst ich bin in gutem Training, um Benny am Sonntag um Fuenf vom Flughafen abzuholen. Obwohl ich es schon langsam in den Knochen spuere, denn ich bin nicht unbedingt frueher ins Bett gekommen. Aber ich hoffe, dass Benny nach dem langen Flug nicht mehr bemerkt, wie zerknautscht ich ausseh...



Sonntag, 17. Juni 2007

Ready, steady, go!

Auf die Plaetze, fertig, los hiess es am Sonntag morgen. nicht nur das der letzte Tag vor dem Urlaub angebrochen war, sondern ich hab auch am "Run to the G" 5 Kilometer Lauf durch die Melbourner Innenstadt teilgenommen. Etwa 35 Minuten hab ich gebraucht, was sicher keine sportliche hoechstleistung, aber ganz anstaendig ist. Finde ich jedefalls. Tausende Laeufer und Walker sind durch die Strassen geschnauft. Und ich mitten unter ihnen, Das glauben mir meine ehemaligen Sportlehrer nie, dass ich freiwillig an einem sportlichen Grossereigniss teilnehme, und zwar nicht als Zuschauer!

Freitag, 15. Juni 2007

Eins...

(Es ist Samstag verdammt nochmal!)
Heute ist ein Gammel-Tag, deshalb gibts nicht viel zu berichten. Morgen ist schon der letzte Tag ich kann's gar nicht fassen! Morgens nehmen wir an einem Stadtlauf teil, um uns gebuehrend von Melbourne zu verabschieden und dann geht es zum Uluru! Muss nochmal Waesche waschen und anfangen zu packen. Juhuuu!

Zwei...

Die Uni ist offiziell fuer mich vorbei! Am Freitag morgen hab ich in einer Eiskalten Turnhalle mit hunderten von anderen Studenten mit Jacke, Schal und Handschuhen meine Bio Klausur geschrieben. Die Lueftung lief die ganze Zeit und ich hatte das Gefuehl in der Halle war es kaelter als draussen. Und als ich bei der letzten Aufgabe war, die ich gar nicht mehr beantworten musste, weil sowieso nur vier von sechs Fragen bewertet werden, hab ich dann festgestellt: ich hab keine Ahnung, meine Finger sind eiskalt, meine Schultern tun weh, weil ich sie die ganze Zeit froestelnd hochgezogen hab und das ich hier ja nicht den Streber raushaengen lassen muss und hab abgegeben. Nachmittags hab ich huebschesten Cafe weit und breit in den Royal Arcades einen Cappucino getrunken (Fotos von diesem netten Laden gibt's dann wenn Benny mit der Kamera kommt) und abends hab ich mit Ilka, die auch heute fertig wurde, eine Flasche Sekt gekoepft. So muss das sein.

Drei...

(Der Beitrag fuer Donnerstag)
Meine Kamera ist kaputt. Toll. Das Krisenmanagement hat beschlossen, dass Benny in Deutschland schnell eine neue kauft und wir diese oder meine alte (hoffentlich über Garantie reparierte) dann verkaufen. Wer also jemanden kennt, der jemanden kennt oder sich selbst Ende Juli eine neue (fast neue) Kamera anschaffen will, der kann ja mal an mich denken. Ich werde natürlich einen super Freundschaftspreis anbieten!
Vermutlich ist meine Kamera irgendwann auf der ersten Hälfte meines Ausritts gestern kaputt gegangen. Von diesem Ritt jedenfalls handelt nun dieser Beitrag:
Nachdem ich Mittwoch ja schon einmal sinnlos nach Wallan gefahren war, hat mich am Donnerstag doch tatsächlich jemand abgeholt. Im nach Pferd und Kuh riechenden Pick-Up Truck und mit Stroh auf den Sitzen gings zu Uncle Nev`s Riding Farm. Ich hab mich gleich wohl gefühlt. Die Farm sah ein bisschen schmuddelig aber nett aus, auf einer der Pferdeweiden fühlten sich jedenfalls auch hunderte weißer Kakadus wohl.












Und dann kam Susi. Mein Reituntersatz für diesen Tag. Null Muskeln, die Knochen standen unter dem zotteligen Fell hervor, ein riesiger Gras-Hängebauch und Ohren wie ein Esel. Pam, die Tour-Führerin, hat mich beruhigt, die sieht nur so hässlich aus, sie sei aber ganz toll zu reiten. Und auch wenn sie aussieht wie 30, sie ist erst zehn und sah auch schon als Fohlen so aus. Und sie ist zickig: Sie beißt gern, tritt schonmal zu und mag keine anderen Pferde. Super. Alle anderen Pferde waren groß und hübsch und gut genährt. Das letzte Foto war also das von mir auf Susi. Ich sitze wie ein Schluck Wasser in der Kurve, es ist überbelichtet, meine Augen sind zu und das Pferd unter mir muss ich wohl nicht weiter kommentieren. Kein sonderlich glanzvoller Abgang meiner Kamera.
Naja es ging los: Das Foto von der Gegend hab ich bei meiner Ankunft geschossen. Die Landschaft war herrlich: Kilometerweit keine Straße zu überqueren, keine geteerten Wege (wenn wir überhaupt mal auf einem Weg geritten sind) keine Fußgänger nur wir und die Pferde. Wir waren vier zahlende Gäste, eine Führerin, eine Schlussreiterin, eine weitere Reiterin hat sich uns unterwegs angeschlossen und Uncle Nev's Sohn (ca Mitte bis Ende 60) ist später auch noch dazugestoßen. Und erstaunlicherweise konnte ich die Landschaft wirklich mit allen Sinnen genießen, den Susi ließ sich wirklich hervorragend reiten: bequeme Gänge, schnelle Reaktion, weich im Maul, ganz anders als ich erwartet hatte. „She likes a run“ meinte Pam dann vor dem ersten Galopp und sie hatte recht. Dieses völlig muskellose Tier stürmte los wie von der Tarantel gestochen. Aber erstens bin ich von Siggi ja ein ganz anderes Tempo gewöhnt, dagegen war Susi sehr gemächlich, und nachdem sie einmal bemerkt hat, dass sie laufen darf, ließ sie sich auch ganz einfach kontrollieren. Und da wir ausschließlich bergauf galoppiert sind, hatte sich das Rennen spätestens auf der Hügelkuppe sowieso erledigt.
Die atemberaubende Aussicht bis zu den 50 Kilometer entfernten Wolkenkratzern Melbourne's wollte meine Kamera nicht mehr aufnehmen. Es ging also von einer Wiese zur nächsten, querfeldein durch den Wald und immer wieder bergauf und bergab. Nach einer kurzen Aufwärm-Kaffee-Pause nach fast zwei Stunden durch die Wälder und Wiesen haben wir den Rückweg angetreten. Und wieder war ich froh über meine Susi: Der Boden war ein bisschen rutschig und aus irgendeinem Grund ist der Zosse von dem Mädchen hinter mir über einen Baumstamm gesprungen, über den er auch einfach hätte drübersteigen können, ist ausgerutscht und bevor er sich wieder fangen konnte war die Reiterin (blutige Anfängerin) bereits abgesprungen/gefallen und sehr unsanft gelandet. Sie konnte jedenfalls nicht weiter reiten, musste mit dem Jeep abgeholt werden. Ihre Freundinnen blieben natürlich bei ihr, also bin ich mit zwei von den einheimischen Reiterinnen nach Hause geritten, beide mit einem weiteren Pferd an der Hand. Auf der letzen Wiese sind wir dann im Sonnenuntergang durch eine Herde Kängurus geritten, aber Bitten und Betteln hatte keinen Zweck, meine Kamera wollte nicht mehr. Letztendlich wurde ich zum Bahnhof chauffiert, das Mädel ins Krankenhaus (eigentlich sah der Sturz gar nicht so schlimm aus, wahrscheinlich war sie einfach nur geschockt und durchgefroren, im Wald war's nämlich arschkalt).
Mein Hintern tut höllisch weh, drei Stunden auf einem nicht sonderlich bequemen Sattel haben ihre Spuren hinterlassen. Von meinem Muskelkater mal ganz abgesehen. Aber es war herrlich und ich hab mich ein bisschen wie eine von Mc Leod's Töchtern gefühlt (für alle nicht-nachmittags Fernsehgucker: Australische Frauen-Farm-Serie, läuft bei uns auf Vox, glaub ich).
Ach ja, hier der Beweis, dass ich zweimal im Nirgendwo war: Und diese liebevolle Fahrkarten Entwertung! Auf der Rückfahrt kam noch ein Sternchen dazu!

Mittwoch, 13. Juni 2007

Vier...

(Ich krieg das einfach nicht richtig eingestellt, es ist Donnerstag bei mir, verdammt nochmal!)
Ich war endlich am Brighton Beach. Richtig, ich war nicht reiten. Irgentwie haben wir aneinander vorbei geredet, Uncle Nev's Sekretaerin und ich. Jedefalls stand ich am Bahnhof im nirgendwo und hab mir am Telefon sagen lassen, dass mein Termin erst morgen, also heute ist. Da es in Wallan sonst auch wirklich gar nichts anzusehen gibt, hab ich mich wieder in die Bahn nach Melbourne gesetzt und bin schnurstracks zum Brighton Beach gefahren. Hab mich einmal ordentlich durchregnen lassen (natuerlich steige ich aus dem Zug, wenn eine Regenfront durchzieht) und hab einen zweieinhalb Stunden Strandspaziergang eingelegt. Herrlich. Warum sind wir da eingentlich nicht hingefahren, als das Wetter noch zum am Strand liegen war?

Meine Spuren im Sand



Ich weiss nicht welches Vieh das zu verantworten hat, aber ganz viele Muscheln haben so kleine Loecher. Ich vermute mal, dass die dann leichter zu knacken sind, aber ich bezweifle das Moewen das koennen...



Und dieser Genosse hier war's bestimmt nicht mehr



Der Biologe in mir behauptet einfach mal, dass das ein Kugelfisch ist. Die Stacheln und der Kasten-Koerper sehen jedefalls irgentwie so aus. Das wuerde auch erklaeren, warum sich die Moewen noch nicht drueber her gemacht haben.



Und dann komme ich auch endlich zum beruehmten Teil vom Brighton Beach. Sogar die Muelleimer sind mit liebe zum Detail passend ausgesucht.


Der graue Himmel ueber Melbourne ist uebrigens kein Smog sondern der Regen, der gerade ueber mich hinweggezogen ist.

So, jetzt geht es aber wirklich Reiten! Hab heute morgen schon einen Anruf bekommen, damit ich meine Wuensche fuer ein Pferd aeussern kann. Ich bin ja mal gespannt was fuer einen Zossen die mir jetzt ausgesucht haben, schliesslich haben die gefragt, ob ich Erfahrung mit der Reiterei hab, und ich hab einfach mal Ja gesagt. Jetzt bekomm ich bestimmt das Pferd, das sonst keiner haben will weil's so bockig ist. Wir werden ja sehen.

Dienstag, 12. Juni 2007

Fuenf...

(irgentwie zeigt der Blog die Zeit nicht richtig an, bei mir ist es jetzt Mittwoch Vormittag)

So, nachdem ich gestern dann ein bisschen Bio gelernt habe und Joggen war, wollte ich eigentlich zum Brighton Beach, dem beruehmtesten Strand von Melbourne. Aber natuerlich ist das Wetter umgeschwungen, als ich bereit war mich auf die Socken zu machen. Deshalb wurde kurzerhand umgeplant und ich bin ins Melbourne Museum gefahren.




Und ganz Museum untypisch hab ich mir nicht tote Spinnen angesehen, sondern echte. Die eine hat gerade eine Kakerlake verspeist, die noch zappelnd um ihr Leben kaempfte. Brrr, wie ekelig! Besonders schoen war die Aussenanlage, in der man die Eigenschaften des kalten Regenwalds erklaert bekam. Lustige kleine Brillen in einem Holzstamm haben einem das Leben im Waldboden naeher gebracht. Wirklich nah. Auf der Innenseite sass eine riesige Huntsman-Spinne, quasi direkt vor meinem Gesicht. Und die hat sich bewegt! Zum Glueck war eine Plexiglasscheibe dazwischen. Auf dem Foto erkennt man das natuerlich nicht so gut, aber an Stelle der Linse war meine Nase...Und in dem anderen Loch waren Bullen-Ameisen. Der Name haelt was er verspricht, die Viecher sind riesig!





Aber es gab natuerlich auch den ueblichen Museums-Kram. Riesige Blauwal und Dinosaurier Skelette, ich habe die Geschichte der Anatomie gezeigt bekommen und mir angesehen, wo die Babys herkommen. Und ich hab laengst nicht alles gesehen.

Auf dem Weg zum Museum bin ich uebrigens an folgenden Melbourner Sehenswuerdigkeiten vorbei gekommen, die ich noch gar nicht gewuerdigt habe: Das Parlament von Victoria, dem Bundesstaat in dem ich mich befinde. An diesem ehrwuerdigen Gebaeude fahr ich jeden Tag mir der Bahn vorbei. Die alte Tram davor gehoert zu den Touristen-Bahnen die den ganzen Tag um die Stadt fahren und umsonst sind.

















Und das Exhibition Building. Ich persoenlich finde das ja ganz toll, dass es als Welt-Kulturerbe ausgezeichnet wurde, inklusive Garten drum rum, aber das waere bestimmt nicht passiert, wenn sie damals auch schon so ein bloedes Plastikbanner drangehaengt haetten... Gleich daneben befand sich der ultra-moderne Bau des Museums. Also das mit der Stadtplanung muessen die hier irgentwie noch ueben.
Gleich setz ich mich in den Zug, um nach Wallan zu fahren und drei Studen durch den Bush zu reiten! Hoffentlich beleibt es trocken. Von meinem Muskelkater berichte ich dann morgen.

Der Countdown Laeuft: Noch sechs...

So, die letzte Woche bevor der Urlaub losgeht läuft. Ich werde versuchen nochmal ein paar generelle Melbourne / Australien Einträge zu machen, kann aber noch nichts versprechen!
Erstmal muss ich natürlich von meiner letzten Woche berichten: Der Australian Society Aufsatz ist endlich abgegeben. Weil die anderen Mädels schon mit allen Prüfungen fertig waren, haben wir am Donnerstag angestoßen und ich hab natürlich aus Solidarität mitgetrunken. Als ich dann auf dem Weg nach Hause war, merkte ich schon, dass mein Gang nicht mehr so 100 %ig gerade war. Als ich dann aber schielend vor meiner Haustür stand und den Schlüssel nicht mehr aus dem Schloss bekam, dachte ich wirklich, das letzte Glas Rotwein war schlecht. Ich hab dann lallend meinen neuen Mitbewohner Trung (wie auch immer man das ausspricht) gebeten mir zu helfen, aber auch nüchtern steckte der Schlüssel fest. Der Schlüsseldienst hat dann bestätigt, dass ich nicht zu betrunken war, sondern das Schloss war altersschwach. Puh!
Am Freitag sind wir dann verkatert auf den Eureka Tower gestiegen. Etwa 300 Meter über die Straßen Melbourne's ging es, im schnellsten Fahrstuhl der südlichen Hemisphere. Anscheinend ist der Tower zwischen Stock 2 und 85 leer...


Und ich weiss, dass das auch nur ein Touch-Screen ist, der uebrigens Infos ueber Melbourne verriet, aber das sah einfach so cool aus...

Der Federation Square Ecke Flinders Street und Swanston Street ist quasi das Herz der Innenstadt. Das Gelb-Gruene Haus ist eine Art Hauptbahnhof (Flinders Street Station), gegenueber steht die St. Pauls Church und der Federation Square rechts beherbergt Cafes und Museen. Die Haupt-Tourist Info ist der kleine Kasten in der Mitte.

Das Eiffel-Tourm aehnliche Dings ist die Spitze des Melbourne Arts Centre, Schauplatz von zahlreichen Opern und Theater Auffuehrungen. In der Mitte fliesst der Yarra River und das runde Dingens is der Melbourne Cricket Ground, Stadion fuer die meisten Footy Spiele und die Cricket Spiele im Sommer.

Die blaustichigen Fotos kommen übrigens nicht von meiner Unfähigkeit, sondern von den getönten Scheiben die außerdem noch total gespiegelt haben. Das haben die bestimmt extra gemacht, damit die Touries Postkarten kaufen. Es gibt dort auch noch die Möglichkeit, sich in einem Glaskasten aus drei Meter aus dem Gebäude herausfahren zu lassen. Das hab ich mir aber meinen Besuch in EINEINHALB Wochen aufgehoben...
Samstag war dann nochmal mit dem rest der Mädels Pferderennen angesagt. Aber diesmal hatte ich meine Wettsucht ganz gut im Griff. War auch besser so, denn die Pferde, die ich mir ausgeguckt hab, haben nie gewonnen.

Sonntag, 3. Juni 2007

Wettsucht

Am Samstag hab ich mich um Kopf und Kragen gewettet: Unglaubliche 2 Dollar hab ich spielsüchtig beim Pferderennen auf die Nummer 6 „Ginolad“ gesetzt und hätte noch unglaublichere 17 Dollar gewonnen, wenn er nicht nur Dritter geworden wäre. Noch viel blöder war, dass ich die Jockeys verwechselt hab und mich schon diebisch über meinen Pferdeverstand und meinen Sieg gefreut hab, und dieser blöde Gaul dann doch nur Dritter war. Aber immerhin lag ich mit meinem Tipp nicht komplett daneben. Überhaupt haben Eva und ich ziemlich gut getippt: Leider hat unser Pferd nie gewonnen, wenn Geld im Spiel war. Aber wenn wir nur so zum Spass auf ein Pferd gesetzt haben, ist es natürlich als erstes durchs Ziel galoppiert.
Abends wollten wir dann gemeinsam Shrek im Fernsehen gucken und anschließend unser fast gewonnenes Geld in einer Disco auf den Kopf hauen. Aber nachdem wir uns gemütlich auf dem Sofa eingerichtet hatten und die Getränke greifbar standen und die Bäuche voll mit Kohlensäure und allerlei Knabberkram waren, konnten wir uns nicht mehr aufraffen. Statt dessen haben wir uns um halb elf noch eine fett-triefende Pizza geteilt. Hab auch die ganze Nacht schlecht geschlafen und komische Sachen geträumt. Man wird halt älter, das späte Essen bekommt mir nicht mehr so.
Apropos älter werden: Bennys Geburtstag am Sonntag hab ich mit Aufsatz schreiben, Lesen und Joggen verbracht. Und Abends natürlich mit meinem Schatz telefoniert, um zum Geburtstag zu gratulieren. Nur noch drei Wochen. DREI! Und davon bin ich eine Woche im roten Zentrum des Landes. Ich hab schon mit dem Gedanken gespielt den Flug ein bisschen nach hinten zu schieben, Benny hat ja noch eine Woche Urlaub, nach unserer geplanten Ankunft. Ich freu' mich zwar auch auf zu Hause, aber irgendwie geht mir das grad alles viel zu schnell vorbei!