Mit einer riesigen Reisegruppe von insgesamt sieben Studenten (davon sechs Deutsche) sind wir an der Uni aufgebrochen, haben eine noch riesigere Reisegruppe (eine einzelne Studentin) an der Deakin University abgeholt und uns auf den Weg gen Osten begeben.
Das erste Highlight ließ auch nicht lange auf sich warten: Papageienschwärme ließen sich bereitwillig auf unseren Händen, Schultern und Köpfen nieder. Natürlich angelockt von reichlich Vogelfutter. Das heißt auf meinem Kopf hat sich kein Vogel niedergelassen, dafür hatte ich das zweifelhafte Glück einen der Kakadus auf den Arm zu nehmen. Mal davon abgesehen, dass der sehr gut genährt und sehr schwer war, ist der Schlaumeier direkt auf der Hand gelandet und nicht auf meinem Arm. Also musste er sich in meinem Handballen festkrallen – eher unangenehm – und hatte auch keinen Platz mehr zum Fressen, weshalb er mir immer wieder ärgerlich in den Daumen gebissen hat. Aber ein äußerst hübscher Zeitgenosse.


Weiter gings dann zu der historischen Eisenbahn: Puffing Billy. Mit reichlich Dampf schnaufte die Bahn sich ihren Weg durch Regenwald und Wiesen. Erstaunt mussten wir allerdings nach einer halben Stunde feststellen, dass unsere Tour bereits beendet ist, denn unsere Puffing Billy Tour ging nur eine Haltestelle weit. Das hieß: Wir haben nur eine der zahlreichen Holzbrücken gesehen, den Wasserfall verpasst, die Aussicht über die Port Philip Bay haben wir nicht genießen können, und sind auch durch keinen der Tunnel gefahren. RMIT Tour dag ich da nur.



Na, wo bin ich?
Irgendwann haben wir dann in einem Ort Halt gemacht, um ein bisschen Lunch zu uns zu nehmen. Ein nettes kleines Dorf mit unglaublich tollen Ramsch-Läden und seeeehr leckerem, warmen Apfelkuchen. Wir waren extrem überrascht.
Weiter ging’s in das angekündigte Aboriginal Arts Centre. Leider hatte wohl jemand vergessen uns anzukündigen, deshalb wurde aus der Führung nichts und wir haben die Ausstellung allein erkundet. RMIT halt. Die Bilder waren teilweise von etwas fragwürdiger Qualität und Inhalt, aber wir haben Bekanntschaft mit einer riesigen toten Spinne mit noch riesigeren behaarten Beinen geschlossen. Keiner von uns konnte sich überwinden das Tier anzufassen und umzudrehen, deshalb müsst ihr euch mit der Unterseite abfinden.

Da unser Busfahrer dann erstaunt feststellen musste, dass wir noch reichlich Zeit übrig haben, hat Claudia einen Prospekt aus der Tasche befördert und wir sind zu einer weiteren Ausstellung eines Künstlers aus Richmond gefahren, der einige Jahre im Outback mit Aborigines gelebt hat. Die Skulpturen waren wirklich sehr gut, sehr interessant und haben mir wesentlich besser gefallen, als die Bilder davor. Das war ja auch spontan eingelegt und nicht von der RMIT geplant...

Ihr habt sicher die nahezu aufdringliche Aehnlichkeit mit der Freiheitsstatue bemerkt...
Insgesamt war der Tag aber sehr nett. Das Wetter war entgegen der Vorhersagen sehr gut. Und im End-Effekt haben wir über 80 $ ausgegeben, um an einen Ort zu kommen, an den wir mit unseren Monatskarten ohne Aufpreis mit dem Zug hätten fahren können, wir haben eine halbe Stunde in einer historischen Eisenbahn gesessen und – nichts – gesehen, haben eine Gallerie besucht, die keinen Eintritt kostet und dann auf eigene Faust eine Ausstellung organisiert, die um einiges besser war. Ich bin nur froh, dass ich nicht die zwölf Tage Tour zum Uluru mit der RMIT gebucht hab.
Apropos: Die Flüge ins Zentrum sind jetzt gebucht, es gibt kein Zurück mehr, es geht für viel zu viel Geld nach den Vorlesungen ins rote Herz Australiens. Aber ich kann einfach nicht wieder nach Hause fahren, ohne den Uluru zu besuchen. Nein, das geht nicht.
1 Kommentar:
Fall ihr in Melbourne mal Lust auf italienisch habt:
Ca De Vin
GPO Melbourne
350 Bourke St
Melbourne 3000 VIC
Phone: (03) 9654 3639
http://www.yourrestaurants.com.au
/guide/ca_de_vin/
Da arbeitet mein ehemaliger Mitbewohner Ole.
Grüßt ihn mal wenn ihr ihn seht.
So viele Kellner mit Iro laufen da wahrscheinlich nich rum.
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