Am Samstag haben wir uns dann ein Auto geliehen und das Melbourner Umland erkundet. Es ging nach Walhalla, ca zweieinhalb Auto-Stunden östlich von Melbourne. Das verschlafene Nest liegt malerisch am Stringers Creek in den Victorian Alps und ist eine ehemalige Goldgräberstadt.

Die Betonung liegt hier auf ehemalig, denn aus der 4000 Einwohner Metropole ist ein Dorf mit sage und schreibe 11 Einwohnern geworden. Die restlichen Menschen dort sind Touristen oder kommen aus den Nachbarorten, um die Touries zu belustigen.
So auch unser Tourguide. Wir hatten nämlich eine Jeep Tour gebucht, dass hieß mit drei weiteren Passagieren mit Vierradantrieb durch den Wald und den Thomson River (ja, DURCH den Fluss), und dabei die wichtigsten Dinge über die Kupferproduktion der Gegend lernen. Leider kann man auf den Fotos entweder gar nichts erkennen, weil es einfach mal sehr wackelig war, oder es sieht halt aus wie ein normaler Feldweg auf dem wir fahren, aber ich kann euch verraten: Wir wurden ordentlich durchgeschüttelt für unser Geld.

Die wichtigsten Lerninhalte der Tour: Wo Wild Cherry Trees wachsen (haben außer roten Beeren nichts mir unserer Kirsche gemeinsam), ist Arsen im Boden. Das hat den Nachteil, dass man auf sehr ungesunden, weil giftigen Boden wandelt, aber den Vorteil, dass es dort mit großer Wahrscheinlichkeit auch andere Edelmetalle wie Kupfer oder Gold gibt. Die Gegend dort hat teilweise sogar ein größeres Kupfervorkommen, als die produktivsten Minen der Welt. Immer wieder erscheinen grünliche oder bläuliche Flecken auf den Felsen. Das Problem: Das Gelände ist wirklich äußerst unzugänglich und mit Spaten, Hammer und Meißel kann man heute halt keine Mine mehr lukrativ betreiben. Große Maschinen können dort aber nicht eingesetzt werden. Gut für die Natur, die Gegend wäre dort sonst sicherlich nicht so idyllisch.

Außerdem haben wir auf der Tour die Überbleibsel der ehemaligen Bevölkerung begutachten können. Einige alte Schornsteine und Haus-Reste sind nämlich beim Waldbrand im vergangenen Jahr sichtbar geworden. Zwischen den verkohlten schwarzen Bäumen schimmerten dann immer wieder fast weiße und mannshohe Termitenhügel hindurch. Sehr hübsch. Ich dachte immer, Termiten wären mit Ameisen verwandt, aber eigentlich sind sie eher mit Kakerlaken verschwägert. Das macht sie nicht wirklich sympathischer, aber erklärt irgendwie, warum ein paar Monate nach dem Brand außer ihnen kein anderes Tier in Sicht war. Kakerlaken sind ja auch nur schwer loszuwerden.
Nachdem wir wieder in der „Zivilation“ angekommen waren, ging es erstmal in den besten Laden der Stadt. War auch der Einzige.

Davor spielte ein älterer Herr Gitarre und sang Country Songs. Die Gitarre hatte er sich auf den Schoß gelegt, sonst wäre er nicht mehr an die Saiten gekommen, seine Arme waren nämlich kürzer, als sein Umfang. Vielleicht mach man das aber auch so in der Country-Musik Scene kenne ich mich nicht so aus. Aber die Musik passte in das Örtchen wie die Faust aufs Auge.
Nach der kleinen Verschnaufpause ging es in die örtliche Goldmine. Die fünft größte Mine Victorias ist teilweise auch noch im Betrieb, deshalb haben wir auch brav ein- und ausgestempelt. Schließlich muss die Firma ja im Notfall wissen, wie viele wieder ausgebuddelt werden müssen.

Im Sonnenuntergang ging es dann zurück nach Melbourne.

Am Ende der Tour haben wir dann ausgelost, wer die glorreiche Aufgabe hat, am nächsten Morgen bis neun Uhr das Auto zurück zu bringen. Natürlich diejenige, mit dem längsten Weg: Ich. Und als Papa dann auf die wirklich nette Idee kam, mich morgens um fünf aus dem Bett zu klingeln, weil der 1. TSZ Nienburg in die 2. Bundesliga aufgestiegen ist, war an Schlaf natürlich nicht mehr zu denken. Naja. Der Sonntag war dementsprechend tranig. Aber zur Belohnung hab ich mir ein absolut herrliches Frühstück gemacht: Pfannkuchen mit warmen Mango-Maracuja-Weintrauben-Kompott und Ahorn-Sirup. Ich war zu gierig um noch ein Foto von meinen unglaublichen Kochkünsten zu machen, aber ich werde das definitiv wiederholen, keine Sorge.
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