Dienstag, 1. Mai 2007

Laaaanges Wochenende!



Am Mittwoch war früh aufstehen angesagt: Um halb neun haben sich Eva, Juliane und ich an der Melbourne Central Haltestelle getroffen – natürlich alles Teilnehmer des Australien Society Kurses – um sich das Spektakel der ANZAC Parade anzusehen. Denn am Mittwoch war ANZAC Day, näheres dazu in dem Eintrag zum Shrine of Remembrance. Nur so viel: Hier feiern die Australier ihre tapferen Soldaten. Diejenigen, die es geschafft haben aus irgendeinem Krieg wieder zurück nach Hause zu kommen, marschierten in einer langen Reihe begleitet von Dudelsäcken zum Shrine. (Man beachte das Plakat im Hintergrund: International Comedy Festival. Ohne Kommentar.)Für diejenigen, die den aktuellen ANZAC Day nicht mehr erlebten, weil bereits ausgestorben, tragen die Kinder und Enkel die erworbenen Medaillen zur Schau. Drei Stunden lang sind diese mehr oder weniger Soldaten in einem nicht enden wollenden Strom an uns vorbei marschiert. Naja fast. Nach 40 Minuten hatten wir das Gefühl, dass das nicht mehr sonderlich viel Abwechslung bringen wird und haben uns einen Frühstücks-Kaffee organisiert.
Dann haben Eva und ich unseren Australien Society Aufsatz beendet, fleißig wie wir sind. Und weil wir so fleißig und zügig gearbeitet haben, war anschließend noch Zeit für einen kleinen Spaziergang durch die Botanical Gardens. Allzu viel haben wir davon allerdings nicht gesehen, wir haben lieber die Sonne auf einer Parkbank genossen. Die gleiche Idee hatten auch noch zahlreiche andere Melbourner, schließlich war Feiertag und die meisten hatten frei. Ich hab mich fast ein bisschen einheimisch gefühlt.
Donnerstag morgens war dann Bio lernen angesagt, denn das Ende des Semesters und damit die Klausur rückt immer näher. Und die andere Austausch-Schülerin hat von dem Thema noch weniger Ahnung als ich und ich hab mich breitschlagen lassen mit ihr zu üben. Naja. Hilft ja nix, schließlich will ich ja auch was lernen. Falls jemand das Bedürfnis hat mir nochmal die wichtigsten Eigenschaften von Macromolekülen zu verklickern oder den Unterschied zwischen nucleus und nucleolus weiß, der möge sich melden (vermutlich wird eine Menge ehemaliger Bio-LKler jetzt aufschreien, aber ich für meinen Teil kann sagen: Ich hab ganz schön viel wieder vergessen...) Nachmittags haben wir dann unseren absolut bahnbrechenden Aufsatz abgegeben und uns ein Eis am Yarra River gegönnt. Das war's auch schon am Donnerstag.
Freitag haben wir die großartige Yarra River Cruise Tour gemacht. Einmal an der Autobahn vorbei am botanischen Garten entlang, um die winzige Herring Island drumrum und wieder zurück. Das ganze mit dem Geruch von Klärschlamm in der Nase (der Wasserspiegels ist einfach so niedrig) und mit den auswendig gelernten Kommentaren unseres Kapitäns zu jeder Brücke die wir passierten im Ohr. Ach ja, geregnet hat es auch. Oder gedröppelt. Zum Glück hatten wir einen absolut spott-günstigen Preis von ca 5 Euro rausgehauen, sonst hätte ich mich vielleicht doch ein bisschen geärgert.
Der Tag ging so atemberaubend spannend weiter, wie er begonnen hat. Lilly hat mich auf ein Abendessen mit ihren Kirchenfreunden eingeladen. Nachdem wir schon reichlich zu spät loskamen (jaja, die deutsche Pünktlichkeit ist hier nicht so angesagt) konnten sich Lilly und Linda nicht einigen wo wir eigentlich hinfahren müssen. Prompt waren wir einige Haltestellen zu weit gefahren und konnten schnurstracks wieder zurück marschieren. Und weil es so schön war sind wir die restlichen 300 Hausnummern auch noch gelaufen, weil um die Uhrzeit nicht mehr all zu viele Bahnen unterwegs sind. Als ich das letzte mal auf die Uhr gesehen hab waren wir etwa eine halbe Stunde zu spät. Und da lag noch ein gutes Stück Weg vor uns...
Naja aber die Leute im Restaurant haben es mit der Pünktlichkeit auch nicht so genau genommen, jedenfalls waren wir noch nicht die Letzten. Nachdem wir gespeist hatten, war eigentlich Kino angesagt, aber der Film hat uns überhaupt nicht interessiert, also waren wir bereits nach einer Stunde wieder auf dem Rückweg. Herrlich.
Samstag haben wir dann eine Mädels-Pyjama-Party bei Juliane veranstaltet. Mit Viel zu viel Essen (seeehr leckere selbstgemachte Wraps und Massen an Süßigkeiten und Chips) haben wir mal die nächsten Wochen durchgeplant - was auf jeden Fall noch ins Reiseprogramm muss – und dabei festgestellt, dass wir nur noch unglaubliche vier kurze Wochen Uni haben, danach noch kurz die zwei Wochen Prüfungszeit überstehen müssen, und dass wir uns dann schon mehr oder weniger von Melbourne verabschieden müssen. Aber vielleicht können wir ja doch nochmal wiederkommen. Hätte ich nichts dagegen einzuwenden.

1 Kommentar:

wir-ganz-aixtreme hat gesagt…

Deutsche Pünktlichkeit? Wie war das? Das haben wir mittlerweile auch schon vergessen, "Pünktlichkeit"...gibt es dieses Wort überhaupt in der französischen Sprache? Wir verstehen also sehr, sehr gut! Und mal ehrlich: Einmal nicht ganz so pünktlich und korrekt tut auch ganz gut, oder? :)

gros bisous, genießt die Zeit!