Donnerstag, 29. November 2007

Revue passieren Vol. V

Nachdem wir die Sumpflandschaft hinter uns gelassen hatten, wollten wir ein bisschen was von der angekündigten Kultur sehen. Schließlich kann man ja ab und zu auch was lernen. Also sind wir durch Ubirr und Nourlangie gewandert, zwei Orte wo es mehrere Felsengalerien gibt, die Jahrtausende alte Felsmalereien zeigen. Die ältesten werden auf älter als 20 000 Jahre geschätzt.
Die meisten der Gemälde in der Hauptgalerie von Ubirr sind Röntgenstil gemalt, das heißt auch Knochen und Innereien der Tiere wurden dargestellt. Nahrungsmittel waren für die Aborigines ein attraktives Motiv, zum Beispiel Barramundi (ein großer Fisch), Warane, Schildkröten und Wallabys. Beuteltiere sind die häufigsten Motive in der Kunst der Aborigines.







Später entstanden auch noch Bilder, die die ersten Begegnungen mit den weißen Einwanderern zeigen. Die Figuren entstanden unter anderem in der Büffeljadgzeit um die Jahrhundertwende und stellen Jagdszenen dar und Begegnungen mit „Weißen Jägern“. Mehrere Meter über dem Boden ist eine Zeichnung eines Tasmanischen Tigers zu sehen, der ist inzwischen ausgestorben.
Außerdem sieht man häufig Bilder, die mystische Figuren zeigen. Mit Hilfe dieser Fuguren wurden oft Geschichten illustriert und für die nächste Generation aufbewahrt. Auf dem Foto sieht man den guten alten Nabulwinjbulwinj, der Frauen mit Yamswurzeln anlockt und dann bei lebendigem Leibe verspeist. Eigentlich sind alle Geschichten dazu da, eine Weisheit zu transportieren, ein Gesetz zu erläutern und so weiter, aber ich hab nicht rausgefunden, was mir diese Geschichte sagen soll. Vielleicht war ich nicht würdig es zu erfahren, das gibt es auch.
Eine eigene Schrift hatten die Aborigines nicht entwickelt, die Geschichten werden in Form von Liedern weiter gegeben, weil dabei nicht so schnell ein "Stille Post Effekt" entsteht: Ein Lied hat nunmal einen bestimmten Text, den verändert man nicht einfach beim Singen, so wie man eine Geschichte bei Erzählen verändern könnte.

Bevor die Sonne unterging haben wir uns schleunist verdrückt, denn ziehmlich genau 15 Minuten nach Sonnenuntergang haben die Moskitos es aus den Feuchgebieten auf die Plateaus geschaftt und dann rette sich wer kann. Trotz Fliegengitter vor dem Wohnwagenfenster, Autan und ausgiebiger Mückenjagt vor dem Schlafengehen hatte ich etwa 100 (!) Mückenstiche nur auf den Beinen. Die Viecher sind so fieß, die summen nicht studenlang um deine Ohren herum, bis du aufwachst und sie totschlagen kannst. Nee, die verstecken sich heimtückisch in den Vorhängen bis du das Licht ausgemacht hast und eingeschlummert bist, und dann fallen sie über dich her! Diese Mistbiester!

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