Sonntag, 25. März 2007

Schon wieder Wochenende!


Freitag hab ich eine neue Laufstrecke entdeckt. Ich weiß aber noch nicht, ob ich sie beibehalten kann, denn mal davon abgesehen, dass ich im Moment nicht mehr fit genug bin um so viel bergauf und bergab zu rennen (zwischendurch musste ich gehen, weil es einfach zu steil wurde) mach ich mir ein bisschen um meine Sicherheit sorgen. Die Strecke ist malerisch: Entlang des Yarra Bond, eines Seitenarms des Yarra River auf verschlungenen Pfaden. Auf der gegenüberliegenden Seite ein gepflegter Park /Golfplatz. Aber dieser malerische, verschlungene Pfad ist genau das Problem: Der ist höchstens einen halben Meter breit und sehr uneben. Auf der einen Seite Felswand, auf der anderen der Fluss. An manchen Stellen auch ein wenig weggebrochen, so dass man anhalten und vorsichtig weitergehen muss. Am Anfang stand ein kleines Schild „Achtung Schlangen“, dass dann auch gleich von einem Spaziergänger bestätigt wurde. Netterweise machte er mich darauf aufmerksam, dass er gerade eine Schlange gesehen hat, und ich möge auf den Weg achten. Ich hätte es lieber nicht gewusst. Aber wir haben auf unserem Bushwalk ja gelernt, wenn man ordentlich trampelt, dann verschwinden die schon von alleine. Dementsprechend hab ich nicht mehr versucht leichtfüßig zu Joggen sondern mehr zu trampeln. Es gibt auch eine sichere Variante 10 Meter höher an der Straße entlang mit Panorama Blick, aber das ist eben direkt an der Straße. Vermutlich werde ich darauf zurückgreifen, wenn das Wetter nasser wird.
Apropos nass: Es hat geregnet. Das ist echt ne Neuigkeit, weil Australien gerade eine Jahrhundert Dürre durchmacht. Mein Mitbewohner meinte neulich, es ist nur noch eine Frage der Zeit, dann dürfen wir nicht mehr das Klo spülen. Na lecker. Der Regen verdunstet aber sobald er den Boden berührt, denn wir hatten heute einen kuscheligen ersten Herbstfreitag bei 37 Grad.
Abends habe wir dann die erste Kneipentour durch Fitzroy gestartet. Die erste Bar war die Bar mit ohne Namen (Bar with no name ;-)). Fünfzigerjahre Biedermeier-Sessel, Kronleuchter, Spiegel und Flokati an manchen Decken machten den Laden definitiv außergewöhnlich und sehr gemütlich.
Die letzte Bar war aber mein Favorit, weil man da Tanzen konnte, und wir seit Perth nicht mehr gezappelt haben. Das war mal wieder dringend nötig.
Am nächsten Morgen ging es dann mit dem Bus auf die Great Ocean Road. Nachdem wir den Temperaturschock überstanden hatten (17 Grad kälter als am Tag davor) stiegen wir in unsere Luxus-Kutsche: Ein 20 Personen Bus Baujahr Ende 70er Anfang 80er (nach der Polsterung zu urteilen) sollte uns durch die Serpentinen schaukeln. Wir (Juliane, Ilka, Eva, ihr Kumpel Jan zu Besuch aus Deutschland und meine Wenigkeit) waren umringt von 15 Asiaten, die ununterbrochen Essen in sich hineingeschaufelt haben. Auch wir kamen nicht drumrum uns mit Sonnenblumenkernen und Kürbiskernen versorgen zu lassen – ob wir nun wollten oder nicht, ein NEIN wurde nicht akzeptiert.
Besonders herrlich war unser Busfahrer, der gerne mit komischen Jubelschreien auf seine Begeisterung aufmerksam machte, und zwischendurch beschlossen hat, dass wir jetzt alle eine große Familie sind und er ist der große Bruder.
Das erste Highlight ließ nicht lange auf sich warten. Immer den abgefressenen Bäumen hinterher, haben wir echte, wilde Koalas am Straßenrand entdeckt. So süß!

Aber viel kleiner, als die Koalas im Zoo. Zwar konnten auch engagierte Klopf-und-Rüttel-Attacken unseres Fahrers die schlafenden Kuscheltiere nicht aufwecken, aber das war nur um so lustiger mit anzusehen. Nebenbei hab ich noch gelernt, dass Koala in der Sprache der Eingeborenen soviel wie „nicht trinkend“ bedeutet, weil sie Koalas nie trinken sahen. Das stimmt auch, Koalas bekommen ihre Flüssigkeit aus den Eukalyptusblättern.
Dann haben wir einen kleinen Abstecher weg von der Küstenstraße ins Inland gemacht und uns durch einen kalten Regenwald geschlagen. Ich hab gar nicht gewusst, dass es auch nicht-subtropische Regenwälder gibt, aber so ist das. Und kalt war wirklich kalt: Mal von dem extremen Temperaturunterschied zum Tag davor abgesehen, war es im Wald nochmal ein paar grad kühler. Unter 20 Grad sind wir einfach nicht mehr gewöhnt. Mit den zweitgrößten Bäumen der Welt (nach den Mammutbäumen) die bis zu 80 Meter hoch werden und riesigen Farnen im undurchdringlichen Dickicht war das aber trotzdem wie man sich einen Regenwald vorstellt.


Das oben ist doch mal ein netter Zimmer-Farn, oder?



Aber das eigentliche Ziel waren natürlich die einmaligen Felsformationen an der Küste, deshalb ging es wieder zurück ans Meer. Und damit das ganze auch wirklich ausßergewöhnlich wird, hab ich mal wieder aufs Geld gesch...en und bin im Helikopter über die 12 Apostel geflogen. Ich war so aufgeregt! Schließlich war es mein erster Heli-Flug. Es war natürlich viel zu kurz aber unglaublich schön. Wie das nunmal so ist sind die Fotos nicht halb so toll wie der tatsächliche Ausblick war. Unglaublich diese zerklüftete Küste.


Die Insel ganz links wird uebrigens Seepferdchen genannt, ein sehr passender Name, wie ich finde.



Und dahinter nur die Straße und sonst nichts. Soweit das Auge reicht keine Touristenhochburgen, Erholungszentren und der gleichen. Das gäbe es in Deutschland definitiv nicht. An einem Naturschauspiel wie diesem hätte es schon längst ein Kurzentrum gegeben.
Der Sonnenuntergang bei den Aposteln (man kann nie alle auf einmal sehen) war dann das Highlight. Die Wolken sorgten für einen spektakulären Untergang, leider haben sie dadurch aber verhindert, dass die Felsen anfingen rot zu leuchten. War aber trotzdem super.
Am nächsten morgen war dann mal wieder Sport angesagt. Nicht für mich, sondern Schwimmweltmeisterschaften. Turmspringen stand auf unserem Programm. Erst drei Meterbrett der Frauen und dann 10 Meter Männer. War nur das Halbfinale (kostet einfach viel weniger), aber trotzdem sehr beeindruckend. Die Deutschen haben zwar nicht sonderlich gut abgeschnitten, aber die meiste Zeit haben wir sowieso nur die körperlichen Vorzüge der Männer beurteilt und weniger ihr Können.
Anschließend ging es zum Food und Wine Festival in die Stadt. Ganz viele Buden mit Kaffee-Spezialitäten waren aufgebaut. Und seeeehr leckeres Eis. Ich habe preisgekröntes Pistazieneis probiert: Äußerst lecker. Mit unseren Eis-Waffeln saßen Claudia und ich dann in der Spätsommersonne und haben der afrikanisch/brasilianischen Musikgruppe auf der Bühne gelauscht. Ein sehr entspannter Nachmittag. War nach dem Wochenende aber auch nötig.
Zum Glück kann ich montags ausschlafen, weil Vorlesungen erst mittags anfangen. Ausschlafen, Joggen (war diesmal an der Straße, war nur halb so schön) und diesen Monstertext schreiben war dann auch alles, was ich an diesem Vormittag geschafft hab. Nicht besonders produktiv, aber ein bisschen Entspannung war dringend nötig.

2 Kommentare:

Janita hat gesagt…

Dann hast du das Joggen ja jetzt auch wieder angefangen. Ich muss zur Zeit eine Pause einlegen, da ich permanent Besuch habe und dann nach schottland fliege,...
Schade eigentlich, gerade weil das Wetter hier super ist. Aber natürlich nicht zu vergleichen mit deinen "herbstlichen" Temperaturen!!
Wünsche dir einen wunderschönen Tag.

Anonym hat gesagt…

Wie genial
Wenn Du wieder hier bist müssen wir mal Fotos vergleichen
Von genau den Stellen hab auch ich Fotos :-)
Wünsch Dir schon mal wieder ein super aufregendes Wochenende
Fühl Dich gedrückt
Dickes Bussi

Antje