Donnerstag, 8. März 2007

Das Leben kann so entspannt sein...

Am Dienstag waren wir im Kino und haben „The good shepherd“ - zu Deutsch: Der gute Hirte - geguckt, ein Film über die Entstehung der CIA. Nachmittags um halb sechs ging die Vorstellung los, eine sehr angenehme Zeit, weil zwischen Vorlesung und Kino gerade so viel Platz ist, um sich im Supermarkt mir Süßigkeiten und anderen Leckereien einzudecken und danach (um kurz nach acht war der Film zu Ende) kann man noch gemütlich was trinken und ist zu einer angemessenen Zeit wieder zu Hause. Der Film war übrigens gut, kann ich weiterempfehlen. Anschließend waren Ilka und ich noch in der „lounge“ einen Block weiter und haben uns noch einen viel zu teuren aber sehr leckeren Kakao-Cocktail gegönnt. Schmeckte sahnig, war aber gar keine Sahne oder Milch drin – mmmmh. Erinnerte mich so ein bisschen an den Kaffee-Liqueur von Magdalene. In der oberen Etage gäbe es wohl auch eine Tanzfläche, sagt mein Reiseführer. Werden wir bestimmt demnächst auskundschaften. Der Laden war nämlich auch schon ohne Tanzmöglichkeit sehr gemütlich. Und es fühlte sich das erste Mal völlig normal und selbstverständlich an, dass wir ins Kino gehen, und danach mit ner Freundin noch was trinken. Gar nicht wie in einer fremden Stadt. Vermutlich bin ich endlich angekommen.
Vor dem Kino haben wir dann ein bisschen in die Melbourner Fashion-week geschnuppert: Im Melbourne Central, ein Shopping und Fress-Komplex in dem oben auch das Kino ist, seilten sich die Esprit-Models gerade in der kommenden Herbst-Winter Kollektion (der Sommer neigt sich dem Ende, obwohl es immer noch richtige Hochsommertage gibt) vom Shot Tower ab, als wir zum Supermarkt wollten. In dem Turm wurden im 19. Jahrhundert Bleikugeln produziert, heute ist er umgeben von einer riesigen Glaskuppel, die aus den Häusern drumherum ragt. Und Models seilen sich davon ab. Wir würden uns gerne noch eine richtige Laufsteg-Show angucken, aber im Moment haben wir noch nichts zu einem annehmbaren Eintrittspreis gefunden.
Damit meine Zähne endlich mal wieder was zu tun kriegen, hab ich am Mittwoch erstmal Aldi unsicher gemacht und mich mit Schwarzbrot eingedeckt. Denn egal was man hier sonst für Brot kauf – ob Vollkorn oder nicht – ist immer weich wie Toast. Das kann man alles ungekaut herunterschlucken. Nicht mal die Brötchen sind richtig knusprig, sondern in der Regel alle mehr wie Milchbrötchen. Leider gab es hier bei Aldi keine Aufbackbrötchen, da hätte ich Appetit drauf. Und ich hab das Gefühl, das „original German Bread“ von Aldi ist auch weicher als das original deutsche Brot.
Am Donnerstag gings dann in die National Gallery of Victoria, australische Bilder angucken. Für die normale Sammlung muss man keinen Eintritt zahlen, nur Sonderaustellungen kosten etwas – vielleicht würden so auch mehr Leute in Deutschland in die Museen gehen. Ich werd mich mal erkundigen, wie die das hier finanzieren. Bezahlt das alles der Staat? Naja. Ich muss allerdings gestehen, so viel Kultur war nicht völlig freiwillig: In unserem Australian Society Kurs haben wir jeden zweiten Donnerstag frei und es war für die freie Woche Hausaufgabe, ein paar bestimmte Bilder aus der Sammlung zu betrachten. War nichts für das neue Wohnzimmer dabei. Außerdem müsste ich noch einen Aufsatz endlich mal fertig schreiben. Statt dessen drück ich mich drumrum und schreib lieber Blog-Einträge, das ist einfach so viel entspannter...

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