Sonntag, 18. März 2007

Noch so ein herrliches Wochenende!


Obwohl ich am Samstag um sechs Uhr morgens mein warmes Bett verlassen musste, war das schon wieder ein absolut tolles, abenteuerreiches Wochenende. Um viertel vor acht waren wir an der Uni, um endlich surfen zu lernen – wozu fährt man sonst nach Australien? Leider war der Bus nicht da. Der hatte einen Unfall mit nem Taxi wir haben eine Dreiviertelstunde gewartet. Eine Dreiviertelstunde, die ich sehr gerne länger im Bett verbracht hätte. Aber dann ging es endlich in Richtung Torquay und Strand los. Drei Klischee- Surfer begrüßten uns dann bei schönstem Sonnenschein (in Melbourne hat's geregnet). Zwei Jungs mit sonnengebleichtem und Salzwasser-ausgetrockneten Strubbelhaaren und ein Mädel, die uns in die Geheimnisse des Wellenreitens einweihen sollten. Zunächst mussten wir uns aber in die Wet-Suits quetschen. Männer sehen darin übrigens noch bescheuerter aus als Frauen.


Ein echt deutsches Wuerstchen wuerde ich sagen!


Nachdem wir uns also in unsere Pellen gezwängt hatten, haben wir uns ein Brett unter den Arm geklemmt (bei Mädels in meiner Größe leider nicht ganz so lässig, weil die Arme kürzer sind, als das Brett breit) und sind in Richtung Strand marschiert.
Leider konnten wir keine Fotoapparate mitnehmen ihr müsst jetzt also einfach glauben, was ich schreibe. Nachdem der Trainer uns das Zeichen für Haie erklärt hat (zwei maulartig zuschnappende Arme) und uns gezeigt hat, wo die gefährlichen Felsen und Strömungen sind, hat er uns ins Wasser geschickt. Ach ja, wir durften auch zweimal auf dem Bauch so tun, als würden wir paddeln und uns dann mit einem Satz auf die Knie hiefen. Das war unsere Vorbereitung. Ich muss sagen, ich hab mich total sicher gefühlt. Todesmutig sind wir dann also den Wellen entgegen marschiert und haben erstmal Bekanntschaft mit dem Geschmack von Salzwasser gemacht.


Dann haben wir uns auf unsere Bretter geworfen, und versucht eine Welle zu erwischen. Ich glaube, ich bin kein Naturtalent. Aber auch mir ist es gelungen, die eine oder andere Welle zu reiten und ich sage euch, es ist ein absolut geniales Gefühl! Zwar sind bestimmt hundert Wellen einfach unter mir hindurch geschwappt, ohne mich weiter als zehn Meter mitzunehmen, aber wenn die Welle richtig gut ist, ist es ein unglaublich cooles und unbeschreibliches Gefühl davon mitgerissen zu werden. Auch wenn man es nur bis auf die Knie schafft (so wie ich).
Der Nachteil: Wenn man an den Strand gespült wurde, muss man wieder ins Wasser laufen. Gegen die Wellen, gegen den Wind, mit einem total unhandlichen Brett und mit zig Surfanfängern drumherum, die nur darauf warten dir ins Gesicht zu fahren. Mal davon abgesehen, dass ich noch nie so viele Liegestütze wie an diesem Vormittag gemacht hab (ständig muss man sich aufs Brett ziehen und auf die Knie stemmen), war durchs hüfthohe Wasser waten das Anstrengendste. Vom Paddeln mal abgesehen. Jedenfalls war ich absolut fertig und mein Muskelkater ist unbeschreiblich.
Nachmittags ging's dann nur noch in ein paar Surfshops und dann nach Hause. Obwohl in der Stadt der Bär gesteppt hat – war schließlich St. Patricks Day und alle Melbourner mit irischen oder auch nicht-irischen Vorfahren haben die Irish-Pubs gestürmt – bin ich nur noch unter die Dusche gekrochen und aufs Sofa (Findet Nemo war der passende Film für diesen Abend, wie ich finde) und ab ins Bett.
Sonntag war dann schon wieder früh aufstehen angesagt (um acht) damit wir den Start der Frauen beim Open Water Rennen nicht verpassen. Im Moment sind hier die Schwimmweltmeisterschaften und wir wollten uns das Wettschwimmen im offenen Meer angucken. Weil aber außerdem Formel 1 war, ist das absolute Verkehrschaos ausgebrochen und wir haben den Start, das Interessanteste, verpasst. Die deutsche Schwimmerin (Name hab ich vergessen) ist uebrigens Vierte geworden, mit einem Zehntel Rueckstand auf die Drittplatzierte, eine Australierin. Da hat doch auch einer die Stoppuhr nicht richtig gedrueckt, wuerde ich sagen... Wir haben dann einen kleinen Strandspaziergang eingelegt und uns spaeter den Start der Männer angesehen.



Der Stadt-Strand von Melbourne


Fuenf Kilometer durchs offene Meer - na denn mal Los!



Weiter gings dann zum Formel 1 Gelände, das konnten wir uns ja nicht entgehen lassen. Wir wollten eigentlich nur den Motoren lauschen. Als ich dann so vor dem Eingang stand überkam's mich und ich dachte: Scheiß auf das Geld, du bist nur einmal jung, hab mir ein Ticket gekauft und bin mit Eva rein.

Ich hatte ja erwartet, dass es laut wird. Aber nicht so laut! Die ersten Verkäufer mit ihrem Survival-Packs haben wir ja noch belächelt: Was sollen wir denn mit Ohrenstöpseln, schließlich sind wir ja gekommen um den Laerm mitzubekommen. Aber nachdem die Vorstellungsrunde durch war, bin ich erstmal welche kaufen gegangen... Der Düsenjet, der über uns seine Runden gedreht hat, war nichts gegen die Lautstärke der Wagen! Nicht nur unsere Trommelfelle haben vibriert, die Erde hat gebebt, wenn die Rennwagen aus der Kurve kamen und beschleunigten – unglaublich!

Da kommt Kimi!



Nach dem Rennen sind dann alle auf die Strecke gerannt und haben den heiligen Boden betreten, auf dem Kimi sein erstes Rennen im Ferrari gewonnen hat. Wir natürlich auch... Und natuerlich sind wir auf der Pole-Position gestartet! Und auch wenn der echte Schumi nicht mehr faehrt, zumindest die Box von Ralf konnten wir begutachten. Ist ja auch irgendwie ein Schumi.
Das war also mein Wochenende. Wenn es mal etwas ruhiger wird, komm ich vielleicht auch mal dazu, was über das Studium zu schreiben. Nebenbei studier ich hier nämlich übrigens. Aber das nächste Wochenende ist auch schon wieder völlig verplant...

1 Kommentar:

Janita hat gesagt…

Hey Australierin...
immernoch sehr beneidenswert was du da treibst (bis auf das Surfoutfit natürlich). Bist du das leichte ab-und-zu Heimwehgefühl mittlerweile losgeworden? Wahrscheinlich nicht und du gehörst wie ich zu den Familien- und Freundemenschen. Von daher schicke ich dir einen ganz lieben Gruß und drück dich.
Janita