Zum Beispiel ist Tasmanien das Land der toten Tiere. Nicht weil der Tasmanische Tiger ausgestorben ist, sondern weil die Straßen gepflastert sind mit platt gefahrenen Wallabys, Kängurus, Wombats, Kaninchen und Vögeln. Alle hundert Meter liegt ein mehr oder weniger frisches totes Tier, dass von Raben auseinandergepflückt wird. Im Zoo haben wir gelernt, dass das vermutlich daran liegt, dass es in Tasmanien sehr viele Tiere gibt und das einzige Raubtier ist der Tasmanische Teufel, der wie gesagt als Jäger nicht sonderlich talentiert ist. Und die kurvigen Straßen tun ihr übriges dazu. Zum Glück haben wir nur bereits tote Tiere überrollt. Der Wombat auf der Strasse hat nochmal Glueck gehabt. Aber wir haben es auch so gut es ging vermieden nachts zu fahren.In Tasmanien regnet es übrigens etwa 300 Tage im Jahr. Aber wenn Engel reisen, dann scheint natürlich eine Woche lang die Sonne bei sommerlichen Temperaturen. Ich hatte keine kurzen Hosen oder Röcke mitgenommen, schließlich ist es in Tasmanien ja immer alt und regnerisch. Also war Schwitzen angesagt. Sehr angenehm mit fünf Leuten in einem Peugot 307.
Den ersten Ärger hatten wir gleich am zweiten Morgen. Nachdem wir umständlich ein Auto organisiert hatten, wollten wir früh am Karfreitag abfahren, schließlich hatten wir nicht allzu viel Zeit auf der grünen Insel. Aber die Rezeption war geschlossen. Und wir hatten unseren Schlüssel-Pfand noch nicht wieder. Also habe ich einen eher unfreundlichen Brief und die Schlüssel in den Briefkasten geworfen. Zum Glück haben wir dann am Dienstag doch noch unseren Pfand wieder bekommen, die Dame an der Rezeption hatte verschlafen.
Apropos Auto: Leider durften Claudia und ich nicht fahren, weil wir noch keine 25 sind. Das hätte zu viel an extra Versicherung gekostet. Auf den langen Fahrten mussten wir uns also die Zeit vertreiben (die anderen natürlich auch) und weil Nummernschilder-Raten bei null Verkehr mal wenig spannend ist und weil bei „Ich sehe was, was du nicht siehst“ immer ein grüner Baum/Busch/Gras die Lösung gewesen wäre, haben wir lustige Charakter-Spiele gespielt. Mein Ergebnis: Wäre ich ein Möbelstück, wäre ich ein antiker Sekretär oder ein Ohrensessel. Wäre ich ein Körperteil, dann wäre ich ein Mund. Als Küchengerät wäre ich ein Schneebesen und als Auto ein Kombi. Das hätten wir also geklärt. Außerdem sehen mich die anderen Mädels als nah am Wasser gebaut (ich war die einzige, die am Flughafen heulen musste), penibel und praktisch veranlagt. Ich muss ein bisschen an meinem Image arbeiten, glaub ich.
Ich bin überhaupt immer wieder erstaunt, wie gut wir uns verstehen, obwohl eine Woche auf so engem Raum auch wirklich genug ist. Wir waren uns sehr schnell einig, was wir uns ansehen und unternehmen wollen, auch wenn wir dabei meist ein sehr unterschiedliches Tempo an den Tag gelegt haben. Eva und Juliane sind in der Regel voran gestürmt, dann kamen Ilka, Claudia und ich. Ich kann nunmal nicht Gehen und Gucken gleichzeitig, das endet immer in Stolpern und Umknicken.
Außerdem habe ich bestimmt reichlich Kalorien verbrannt aber mindestens das doppelte wieder in mich hineingeschaufelt. Ich habe das Gefühl, ich habe im Auto ununterbrochen gegessen. Jetzt ist erstmal Diät angesagt. Schließlich ist jetzt HALBZEIT bis Benny kommt! Ich muss also dringend anfangen, wieder in Form zu kommen. Kaum zu glauben, dass tatsächlich schon die Hälfte des Semesters rum ist. Auch wenn es Benny bestimmt viel länger vor kam, ich hab das Gefühl, ich bin gerade erst angekommen. Und irgendwie möchte ich manchmal doch schon alles hinter mit haben und nach Hause. Und wenn ich hier am Flughafen stehe, dann fang ich wahrscheinlich wieder an zu Heulen (das ist bei mir ja anscheinend so üblich), weil ich gar nicht wieder weg will. Abwarten. Und natürlich den nächsten Urlaub planen.
Ich weiss, ihr habt jetzt schon ganz viele Kangaroo Bilder gesehen, aber die sind einfach sooo niedlich!
6 Kommentare:
Dass du praktisch veranlagt bist würde ich sofort unterschreiben, aber ein Schneebesen?? Naja, ich weiß ja nicht ;-)
Deine Fotos sind der Hammer. Wahnsinn!!
Dir geht es anscheinend wie mir mit der Zeit. Ich habe jetzt nur noch etwas über einen Monat vor mir. Manchmal will man noch viel mehr Zeit haben und manchmal könnte es auch schon rum sein. Naja, ich wünsch dir auf jeden Fall eine tolle nächste Woche.
Drück dich
Liebe Mareike,
du hast Entscheidendes vergessen. Du bist nicht nur ein Schneebesen (eigentlich kann ich mich schon gar nicht mehr erinnern, wer das geagt haben soll) sondern du bist eine Tupper-Salat-Schale mit Salatbesteck-zum-auf-den-Deckel-klicken! So. Das wollte eindeutig noch hinzugefügt werden.
Mach dir ein schönes Wochenende.
Es grüßt die essay geplagte Eva
An Eva:
Juliane hat den Schneebesen mit mir assoziiert. Und die Tupper-Schale hatte ich bereits verdraengt.
...Jetzt ist erstmal Diät angesagt. Schließlich ist jetzt HALBZEIT bis Benny kommt! Ich muss also dringend anfangen, wieder in Form zu kommen....
Nana, ich sag doch bei mehr als 5 Kilo läufst du neben dem Auto her (-;
...Auch wenn es Benny bestimmt viel länger vor kam, ich hab das Gefühl, ich bin gerade erst angekommen....
OH JA KAM ES )-:
Ich will JETZT nach Australien!!!
Hey Schnitte,
habe mich ja köstlich amüsiert,als ich diesen Beitrag gelesen habe *lach* Den Schneebesen kann ich in Dir auch nicht wirklich erkennen, den Rest würde ich aber sofort unterschreiben ;) Brauchst Dir aber keine Gedanken um dein Image machen und Dich auch nicht verändern...wir mögen Dich so wie Du bist!!!
Ansonsten beneide ich Dich immer mehr und würde am liebsten sofort losfliegen und Dich besuchen...
Ganz liebe Grüße aus der fernen Heimat :)
Oh...da kann ich mir ja einen weiteren Kommentar nicht verkneifen: Benny fährt gemütlich im Linksverkehr, während du nebenherläufst?? Herrliche Vorstellung.
Es dankt die ebenfalls Essay-geplagte Janita!
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